Dr. Petra Lamers-   „Gleißendes Licht durchflutet die Griechenland-
Schütze 1997 zur   Ansichten. Klar abgegrenzte Flächen setzen
Ausstellung in Krefeld,   sich scharf voneinander ab, und Reiners redu-
Galerie Heidefeld   ziert die Ausführung teilweise so stark, dass der
    unbehandelte Bildträger, das weiße Papier,
    zum stärksten Ausdrucksmittel wird.
    (...)
    Diese Tendenz der Loslösung vom Gegen-
    ständlichen hin zur Geometrisierung der Land-
    schaft bestimmt die Arbeiten der letzten Jahre.
    Deutlich wird in diesen neuen Arbeiten die Aus-
    einandersetzung mit dem Bauhaus und beson-
    ders mit Paul Klee, dem Reiners schon durch
    sein Studium bei dem Klee-Schüler Hubert
    Berke direkt verbunden ist.
    (...)
    Die Harmonie des Farbklangs und die komple-
    xe Wirkung des Lichts spielen dabei eine zen-
    trale Rolle. Eine wichtige Funktion kommt den
    oft im Bildzentrum konzentrierten fensterartigen
    Lichtschächten zu, die den Blick des Betrach-
    ters durch die sich überlagernden Farbschich-
    ten hindurch in die Tiefe führen. Es entsteht der
    Eindruck, dass das Bild sein Licht nicht wie übli-
    cherweise aus dem Betrachterraum, also von
    vorne empfängt, sondern sich die Lichtquelle
    viel mehr hinter dem Bildträger befindet."
     
Neue Westfälische v.   „In den Farbsinfonien setzt Reiners auf 'großes
28.9.96 zur Ausstel-   Orchester'. Er nutzt die Palette aus, mischt
lung in Bad Salzuflen,   zahllose Abstufungen und lasiert vielfach.
Galerie Fachwerk   Überschneidungen, Intensivieren, Verdichten,
    setzen in der Fläche Schwerpunkte, ohne je-
    doch im Sinne des Wortes schwer zu sein.
    (...)
    Genau umgekehrt verfährt Reiners mit der
    Landschaft. Hier setzt er auf formale wie farbli-
    che Reduzierung.
    (...)
    Vor einem zusammengezogenen Hintergrund
    versammelt er das Motiv. Dächer von Höfen,
    der Baumbestand, nur treffende Striche, die
    alles sagen. Felder und Wiesen davor und dar-
    um sind mit kontrolliertem Verlauf angelegt und
    bestätigen die disziplinierte Arbeitsweise."
     
Theo Schaefer 1996   „In seinen neueren Arbeiten löst sich Reiners
zur Ausstellung in   ganz vom Gegenständlichen und malt in völli-
Bad Salzuflen,   ger Offenheit der Phantasie Farbflächenkom-
Galerie Fachwerk   positionen, welche in ihrer Dichte und Unbe-
    stimmtheit dem Betrachter viel Freiheit zur ei-
    genen Deutung gewähren.
    Dabei wird der Pinsel ohne Vorzeichnung
    mehrfach und sich ständig überlagernd über
    das Papier geführt und erlangt in wohlnuan-
    cierten Farbflächen, Farbverläufen und scharf-
    kantigen Konturen eine imaginäre Raumwir-
    kung. Von der meist transparenten Überlage-
    rung der Farben mit wechselnder, mal schwin-
    dender, mal strahlender Leuchtkraft führt er den
    Blick des Betrachters zu den blickfangartig wir-
    kenden hellsten Stellen, die in den unbemalten
    Teilstücken den Farbfluss unterbrechen und als
    scharf umrissene Rechtecke diesem eine Sil-
    houette geben.
    So tritt das Licht, eine Konsequenz seiner
    Aquarelltechnik, als hellste Stelle in den freige-
    lassenen Bereichen des weißen Papiers auf.
    Kontrastierende Formen lösen sich dabei in
    Licht auf und lassen teilweise sakrale bis meta-
    physische Lichtperspektiven entstehen, wobei
    die Bildgegenstände wechselhaft unbestimmt
    erscheinen."
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